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Schulentwicklung

Individuelle Lernzeit und Flexibilisierungsjahr

Die Weiterentwicklung des Gymnasiums hat zahlreiche Komponenten.

Schon bisher werden vielfältige Förder- und Beratungsmöglichkeiten von der Schule angeboten. So wird am Katharinen–Gymnasium Ingolstadt mit Zustimmung des Schulforums etwa in den Abiturfächern Deutsch und Mathematik das Stundenangebot grundsätzlich um eine Förderstunde erweitert, um durchgängig Vierstündigkeit zu haben. Zur individuellen Förderung von Schülern tragen auch zusätzliche Budgetstunden etwa für Intensivierung, Wahlunterricht, Arbeitsgemeinschaften oder Neigungsgruppen bei.

Seit März 2013 veröffentlicht das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus Informationen über neue Formen zur individuellen Förderung, die ab Schuljahr 2013/14 noch gezielter den Förderbedarf des einzelnen Schülers berücksichtigen werden. Übrigens können „Schülerinnen und Schüler mit besonderem Förderbedarf zum Besuch bestimmter Intensivierungsstunden verpflichtet werden”(GSO Anlage 2, Anmerkung 9).

Das neue Angebot richtet sich vor allem an die Schüler der Mittelstufe. Das Konzept „Individuelle Lernzeit am Gymnasium” umfasst drei Komponenten:

(I) Frühwarnsystem

Fachlehrkräfte und Klassenleitung sollen den Leistungsstand eines Schülers genau beobachten, damit Defizite bei Fachinhalten, aber auch bei der Arbeitshaltung frühzeitig erkannt und Abhilfe geschaffen wird. Das Katharinen–Gymnasium bietet den Eltern in Zukunft zusätzliche Informationen zu erbrachten Leistungen an, so dass Eltern und Lehrkraft stärker kooperieren können. Hierfür wird ein sog. „Infoportal” eingeführt, von dem Klassenleitung und Beratungslehrer jederzeit den aktuellen Leistungsstand abfragen können.

(II) Förderangebote

Die Schule wird im Umfang der vom Kultusministerium zusätzlich zur Verfügung gestellten 9 Wochenstunden weitere individuelle Förderangebote in der Mittelstufe einrichten. Hierzu sollen zum einen eher pädagogisch–psychologisch ausgerichtete Kurse (wie Lerncoaching, Zeitmanagement, Stressbewältigung) angeboten werden, zum anderen Nachführkurse (zum Ausgleich von Wissenslücken aus dem Vorjahr) und Aufbaukurse (zum Ausgleich von Defiziten aus dem laufenden Schuljahr). Ferner wird beabsichtigt, ein Internetforum einzurichten, mit dessen Hilfe kurzfristig auftretende Fragen geklärt werden sollen. Hierzu muss ein System von Fachmentoren eingerichtet werden, die zudem Grundfertigkeiten und selbst gesteuertes Lernen initiieren und fördern sollen. Von erheblicher Bedeutung wird allerdings sein, dass die Schüler Bereitschaft zur aktiven Teilnahme zeigen.

(III) Flexibilisierungsjahr

Während eines Flexibilisierungsjahres haben Schüler der Jahrgangsstufen 8, 9 und 10, die das Ziel der Jahrgangsstufe gerade noch erreicht haben, die Möglichkeit, die bereits absolvierte Jahrgangsstufe noch einmal zu besuchen, um eine Vertiefung in einzelnen Kernfächern zu erhalten. In Nichtkernfächern kann der Schüler im Flexibilisierungsjahr bis zu 6 Stunden pro Woche weniger Unterricht besuchen, die für Fördermaßnahmen genutzt werden können. Das Flexibilisierungsjahr wird in zwei   Varianten (in Jgst. 10 nur in einer Variante) angeboten und wird nicht auf die Höchstausbildungsdauer angerechnet. Allerdings schließt ein Flexibilisierungsjahr in Jgst. 10 eine Wiederholung von Jgst.11 oder 12 aus.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Kulusministeriums.

Auftaktveranstaltung zum Modellprojekt: „lernreich 2.0 – Üben und Feedback digital“: 46 Schulen in ganz Bayern starten mit Modellversuch

Logo Bildungspakt

Das Katherl macht sich mit 45 weiteren bayerischen Schulen auf den Weg zu einer neuen, innovativen Lehr- und Lernkultur: Vertreter aus Schulpraxis, Wirtschaft und Wissenschaft kamen am 13. Mai 2013 auf Einladung von Kultusstaatssekretär Bernd Sibler zum Auftakt des Modellprojektes „lernreich 2.0 - Üben und Feedback digital” der Stiftung Bildungspakt Bayern in München zusammen. Insgesamt 46 Projektschulen aus allen Regierungsbezirken werden in den kommenden drei Schuljahren erproben, wie webgestützte Lern- und Übungsangebote Schülerinnen und Schüler vor allem in Mathematik und den Naturwissenschaften, aber auch in den modernen Sprachen individuell fordern und fördern und somit noch besser bei einem echten und nachhaltigen Kompetenz- und Wissensaufbau unterstützen können. Hierfür werden von den Pilotschulen mit Hilfe von digitalen Lernplattformen webgestützte Lern- und Übungsangebote mit unterschiedlichen Anforderungsstufen, die im Unterricht oder bei Hausaufgaben eingesetzt werden können, so dass Kinder und Jugendliche ihrem Leistungsstand entsprechend damit arbeiten können. Gleichzeitig wird getestet, wie Schülerinnen und Schüler durch den Einsatz digitaler Medien schneller, individueller und damit wirksamer von ihren Lehrkräften Rückmeldungen zu ihrem Lernfortschritt erhalten können.

Staatssekretär Bernd Sibler mit den am Pilotprojekt beteiligten Vertretern der Gymnasien
Die Gymnasien, welche am Modellprojekt lernreich 2.0 teilnehmen, gemeinsam mit Staatssekretär Bernd Sibler und dem Hauptgeschäftsführer des vbw, Bertram Brossardt.

Pressemitteilung des Kultusministeriums

Vernetztes Unterrichten in Jahrgangsstufe 9 im Schuljahr 2012/13 im mathematisch-technologischer Zweig in den Fächern Physik, Chemie, Biologie, Mathematik und Kunst

Voraussetzungen: Je eine Übungsstunde pro Schüler in den Fächern Chemie und Physik in geteilten Gruppen

Problem: Die Lehrplaninhalte dieser Fächer sind grundsätzlich innerhalb des Schuljahres gut aufeinander abgestimmt. Wenn aber keine zeitliche Koordination der Fachlehrer erfolgt, kann es dazu kommen:

a) dass in einem Fach etwas unterrichtet wird, wofür die Voraussetzungen aus dem anderen Fach noch nicht da sind

b) dass gleiche Inhalte versetzt und nicht verknüpft angesprochen werden, mit folgenden Nachteilen für die Schüler: Da die Fachsprachen sich etwas unterscheiden, wird der gleiche Inhalt als neu aber ähnlich eingespeichert aber nicht verbunden. (Licht, Photonen in Chemie, Physik) Besonders gilt dies auch für Mathematik, mit den Inhalten Funktionen, Gleichungen. Die Initiative und Koordination kann, wie dieses Schuljahr, von Physik ausgehen, da die Bezüge zu den beteiligten Fächern sofort erkennbar sind und eine große Freiheit in der Reihenfolge der Lehrplanpunkte gegeben ist. Die hauptsächliche Koordination erfolgte im ersten Schulhalbjahr.

Vernetzter Unterricht
Vernetzter Unterricht
Experimente zu Licht und Farbe
Experimente zur Wahrnehmung
Praesentation der Ergebnisse bei den Schulrundgaengen

Durchführung:

Zu 1. Gleichförmige Bewegung und gleichmäßig beschleunigte Bewegung werden mit linearen und quadratischen Funktionen beschrieben. Werden einige Unterrichtsstunden inhaltlich abgesprochen, können die physikalischen Aufgaben zeitgleich von der Mathematik her betrachtet werden. Dort können sie als Einführung für nötiges Problemlösen (Parabeln) oder auch als zusätzliche Übung herangezogen werden. Dies ist besonders von Vorteil, da die Schüler ein großes Problem im Umgang mit Variablen haben.  

Zu 2. Die Schüler kennen ein einfaches Atommodell aus der Jahrgangsstufe 7 NUT, dieser Inhalt wird nun hauptsächlich in Physik unterrichtet, mit entsprechenden Aufgaben und in Chemie wiederholt.

Zu 3. In Chemie folgen Flammenfärbungen, Stoffanalysen...... Da passt es hervorragend, dass die Schüler zu diesem Zeitpunkt aus der Physik das Photonenmodell schon kennen und das Kapitel Farbe und Photonenenergie, Absorption, Emission, Spektren. In den Übungen Physik bauen wir ein Spektoskop aus einer Schachtel und einem CD-Sektor (entsprechend dem Schulbuch und Leifi-Physik). In den Übungsstunden Chemie können diese Spektrometer verwendet werden. Auch das Auge wird in Biologie besprochen und ist Thema in den Physikübungen mit den speziellen Versuchen zum blinden Fleck, optischen Täuschungen, Komplementärfarben. Es entstand die Idee, Themen, die zu diesen Inhalten passen, heraus zu suchen und sie in Gruppen zu erarbeiten. Die Schüler suchten frei nach ihren Interessen Themen aus und bearbeiteten Sie teils zuhause und zum Teil in den Übungsstunden, wo sie einige Stunden, je nach Thema, in Physik oder Chemie getrennt arbeiteten. Die ganze Klasse unternahm eine Tagesexkursion ins Deutsche Museum München zu Thema Farben. Demnächst ist ein Unterrichtsgang mit der Gruppe „Konkrete Kunst- Farbe” ins Museum für Konkrete Kunst Ingolstadt vorgesehen. Der Abschluss dieses fächerzusammenführenden Projekts stand eine Präsentation der Gruppenthemen am Tag der offenen Tür. Die Inhalte wurden dort mit Anschauungsmaterial den Besuchern präsentiert.  

Angelika Hercher