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Aktivitäten

Eine Stadtführung der besonderen Art…

... erlebten die Kinder der Klassen 3a, 3b und 3c der Grundschule Oberhaunstadt: die Teilnehmer des Wahlkurses „Geschichtswerkstatt” hatten nämlich speziell für sie eine Stadtführung durch das mittelalterliche Ingolstadt vorbereitet. Anhand ausgewählter Bauwerke (Kreuztor, Moritzkirche, Münster, Teufelsstein, Alte Anatomie) erfuhren die Kinder von den Stadtführern aus der sechsten Klasse nicht nur Wissenswertes über ihre Stadt, sondern konnten anhand von Rätseln, Gedichten und verschiedenen Mitmachstationen die Geschichte Ingolstadts hautnah begreifen.

Mittelalter Stadtfuehrung
Mittelalter Stadtfuehrung 1
Mittelalter Stadtfuehrung 2

„Brennende Tränen der Götter...”

...so nannten die Römer den Bernstein, der als Baumharz von den Bäumen tropfte. Diesen Namen erhielt er, weil in der römischen Mythologie die in Bäume verwandelten Schwestern des Phaeton dessen Tod beklagten, nachdem dieser mit dem außer Kontrolle geratenen Sonnenwagen die Erde in Schutt und Asche gelegt hatte. „Brennende Tränen der Götter” hieß auch der Workshop im Kelten–Römer–Museum Manching, an dem sieben Schülerinnen und Schüler des Wahlkurses „Geschichtswerkstatt” teilnahmen. Nach einer Führung, in der das Alltagsleben der Kelten und Römer veranschaulicht wurde, durften alle praktisch tätig werden und aus den „brennenden Tränen” (genauer: Rohbernstein aus Litauen) glänzende Schmuckanhänger herstellen.

Geschichtswerkstatt im Keltenmuseum
Geschichtswerkstatt im Keltenmuseum 1
Geschichtswerkstatt im Keltenmuseum 2
Wir sind Paris 01
Wir sind Paris 01
Wir sind Paris 02
Wir sind Paris 02
Wir sind Paris 03
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Wir sind Paris 04
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Wir sind Paris 05
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Wir sind Paris 06
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Wir sind Paris 07
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Wir sind Paris 08
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Wir sind Paris 09
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Wir sind Paris 10
Wir sind Paris 10

Der französische Generalkonsul Jean-Claude Brunet zu Besuch am Katharinen-Gymnasium

Am 13. November 2015 wurde ganz Europa erschüttert von den unfassbaren Ereignissen in Paris. Das Katharinen-Gymnasium stand betroffen und ratlos vor so viel Hass und Intoleranz gegenüber unseren Werten, die geprägt sind von „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit”. Spontan entstand die Idee, in der Schule ein Kondolenzbuch für die Opfer auszulegen, in die sich die ganze Schulfamilie eintragen konnte. Anlässlich seines Besuchs nur wenige Tage nach dem Attentat bot der Bundestagsabgeordnete Dr. Reinhard Brandl an, das Kondolenzbuch, in dem inzwischen mehr als 800 Schüler und Kollegen unterschrieben haben, dem Generalkonsul Frankreichs zu übergeben (Link). Der französische Generalkonsul Jean-Claude Brunet zeigte sich sehr beeindruckt und bedankte sich am 22. Dezember 2015 bei den Schülerinnen und Schülern persönlich für ihre Solidarität und ihr Mitgefühl. Anlässlich des Besuchs des Generalkonsuls ließ das Katherl darüber hinaus eine Gedenktafel am Oberstufengebäude anbringen, die an Charles de Gaulles' Lazarettaufenthalt auf dem Gelände des jetzigen Gymnasiums erinnert. Jean-Claude Brunet gab sich die Ehre, diese feierlich zu enthüllen.

Zeitzeuge Jens Hase
Zeitzeuge Jens Hase
Zeitzeuge Jens Hase
Zeitzeuge Jens Hase
Zeitzeuge Jens Hase
Zeitzeuge Jens Hase
Zeitzeuge Jens Hase
Zeitzeuge Jens Hase

Zeitzeuge Jens Hase erzählt vom 9.11.1989

„Freiheit ist nicht selbstverständlich, es lohnt sich, jeden Tag dafür zu kämpfen!”

Im Gedenken an den Tag des Falls der Mauer besucht der Zeitzeuge Jens Hase am 9. November 2015 das Katharinen-Gymnasium. Anschaulich erzählt er den Schülern der 10. und 11. Jgst. von seiner Flucht über die Prager Botschaft im Jahr 1989 und wie er den 9. November 1989 erlebt hat.

Aus Jens Hases Erinnerung: Die systemkritische Haltung meiner Eltern zum DDR–Staat prägte mich von Kindheit an. Zwei meiner Geschwister stellten Anträge auf ständige Ausreise aus der DDR. Als mein Vater schwer erkrankte und die DDR–Medizin nicht weiterhelfen konnte, stellten meine Eltern ebenfalls einen Antrag auf ständige Ausreise. Während meine halbe Familie bereits im Bundesgebiet wohnte, wurde der Telefonanschluss stillgelegt und ich war wiederholten Konfrontationen und Provokationen der Staatssicherheit und von SED–Genossen am Arbeitsplatz ausgesetzt. Mir wurde immer deutlicher bewusst, dass ich weg wollte aus diesem Unrechtsstaat. Kurzerhand entschied ich mich, den Weg über die Bundesdeutsche Botschaft in Prag zu gehen. Dort traf ich schließlich Ende September 1989 ein. Die Tage in der Botschaft waren prägend. Es gab viele gefährliche, aber auch lustige und traurige Momente. Dort habe ich viel erlebt, bis zu dem Tag, als der damalige Bundesaußenminister H.-D. Genscher uns den bewegenden Satz: „Wir sind zu ihnen gekommen, um ihnen mitzuteilen, dass heute ihre Ausreise ...!”, vom Balkon des Palais Lobkowicz verkündete (Der Rest des Satzes ging im Jubel der „Freiheit” rufenden Menschenmenge unter). Der schönste Moment in der damaligen Zeit. Seither lebe ich im schwäbischen Teil Bayerns und genieße jeden Tag in der Freiheit. Aufgrund meiner Tätigkeit im Jugendbereich habe ich die Möglichkeit, meine Geschichte zu erzählen und so die Chance dazu beizutragen, dass diese schlimme Zeit der SED–Diktatur nie vergessen wird!

Biografisches:

1970 Jens Hase ist geboren im thüringischen Eisenach

1976 Besuch der polytechnischen Oberschule Eisenach

1985 Ausbildung zum Transport– und Lagerfacharbeiter im Automobilwerk Eisenach

1989 Flucht über die Prager Botschaft am 1.10.1989. Eintreffen in der Bundesrepublik Arbeiter in der Wanzl Metallwarenfabrik GmbH

2002 Ausbildung zum Informations– und Telekommunikationssystemelektroniker 2006 Weiterbildungen. Seit 2009 Dozent und Ausbilder im Berufsbildungszentrum Augsburg (vorwiegend Jugendarbeit)

Napoleontag

Am 17.7. besuchten alle Schüler des Katherls die Bayerische Landesausstellung „Napoleon und Bayern” im Neuen Schloss. In Kleingruppen wurden die Klassen durch die Ausstellung geführt und konnten so altersstufengerecht viel Interessantes über Napoleon und seine Zeit erfahren.

Napoleontag
Napoleontag
Napoleontag
Napoleontag
Napoleontag
Napoleontag
Napoleontag
Napoleontag
Napoleontag
Napoleontag
Napoleontag
Napoleontag
Napoleontag
Napoleontag

Usus magister est optimus - Praxis ist die beste Lehrmeisterin

 Der bekannte Regisseur William Wyler erhielt auf die Frage, wie er die Kulissen seines Monumentalfilms „Ben Hur” noch authentischer gestalten könne, die lapidare Antwort, er solle sie verbrennen: Offensichtlich war die Gestaltung der Requisiten recht weit von der historischen Wirklichkeit entfernt. Gleichwohl sind es vor allem diese Filme, die zusammen mit Comics wie der Asterix-Serie unser Bild von der römischen Antike mitgeprägt haben. Dieses Zerrbild zu korrigieren, ist Aufgabe der Experimentalarchäologie; hier versuchen Wissenschaftler, anhand von Texten und archäologischen Funden Gegenstände aus vergangenen Zeiten detailliert und originalgetreu zu rekonstruieren und ihre Funktionsweise zu untersuchen. Weltstars für einen Auftritt am Katherl zu engagieren, ist ein recht schwieriges Unterfangen. In diesem Schuljahr ist es allerdings geglückt: Einer der profiliertesten Vertreter der Experimentalarchäologie weltweit, Dr. Marcus Junkelmann, konnte für einen Vortrag vor Schülerinnen und Schülern aus der Jahrgangsstufe 6 gewonnen werden. Am 3. Juli 2015 erzählte er nicht nur von seinen abenteuerlichen Unternehmungen – am bekanntesten wohl die Alpenüberquerung in der rekonstruierten Ausrüstung römischer Legionäre –, sondern präsentierte eine Fülle konkreter Beispiele: Vom Kettenpanzer eines römischen Legionärs, der aus bis zu 100000 Metallringen bestehen konnte, über das Kochgeschirr bis hin zum Sattel eines eques bekamen die Schülerinnen und Schüler Dutzende von Gegenständen zu sehen, die bewiesen, wie durchdacht und effizient das römische Militärwesens organisiert war. Natürlich gab Dr. Junkelmann auch Einblicke in sein jüngstes Forschungsgebiet, die Gladiatoren Roms: Kein blutrünstiges Gemetzel waren deren Kämpfe, vielmehr liefen sie nach festen Regeln unter dem Gebot der Chancengleichheit ab. Wenn Cicero Recht hat und praktische Erfahrung wirklich die beste Lehrmeisterin ist, dann erlebten alle Anwesenden 90 nicht nur spannende, sondern auch höchst informative Minuten. Robert Biedermann, Jutta Brugger, Michael Erber

Marcus Junkelmann
Marcus Junkelmann
Marcus Junkelmann
Marcus Junkelmann

Zentrale Gedenkveranstaltung der Stadt Ingolstadt zum 70. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz am 27. Januar 2015 am Katharinen-Gymnasium: Der Opfer gedenken - Eine menschenwürdige Gegenwart und Zukunft für uns alle schaffen

In einer bewegenden, facettenreichen und würdevollen Veranstaltung fand am 27. Januar 2015, dem 70. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz durch die Rote Armee, die alljährliche zentrale Gedenkstunde der Stadt Ingolstadt diesmal wieder an unserer Schule statt. Mehr als 300 Zuhörer gedachten der Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und lauschten konzentriert den Grußworten, Lesungen und Videoeinspielungen, die sich den verschiedenen Perspektiven der Erinnerung an die Opfer widmeten. Ein Grundtenor zog sich dabei durch alle Beiträge: Lebendiges Gedenken ist zwar nicht ohne den vergewissernden Blick in den „Rückspiegel” der Vergangenheit möglich, darf aber nicht nur im Gestern verhaftet bleiben, sondern muss gerade auch im Blick nach vorne zur Orientierung in unserer Gegenwart und für unsere Zukunft dienen. Vor allem die Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde von München und Oberbayern, Dr. Charlotte Knobloch, brachte dies in ihrem Videogrußwort zum Ausdruck, in dem sie sich gerade an die Schülerinnen und Schüler wandte: Diese trügen selbstverständlich keine Schuld an den Untaten der Nationalsozialisten, sehr wohl aber trage jeder einzelne von ihnen die Verantwortung dafür, eine menschenwürdige Gegenwart und Zukunft für uns alle zu schaffen, in der eine Wiederholung solcher Gräuel nicht möglich ist.

Link zum Artikel im Donaukurier.

Holocaust Gedenkfeier 07
Holocaust Gedenkfeier 07
Holocaust Gedenkfeier 01
Holocaust Gedenkfeier 01
Holocaust Gedenkfeier 02
Holocaust Gedenkfeier 02
Holocaust Gedenkfeier 03
Holocaust Gedenkfeier 03
Holocaust Gedenkfeier 04
Holocaust Gedenkfeier 04
Holocaust Gedenkfeier 05
Holocaust Gedenkfeier 05
Holocaust Gedenkfeier 06
Holocaust Gedenkfeier 06
Holocaust Gedenkfeier 09
Holocaust Gedenkfeier 09
Holocaust Gedenkfeier 10
Holocaust Gedenkfeier 10
Holocaust Gedenkfeier 11
Holocaust Gedenkfeier 11
Holocaust Gedenkfeier 17
Holocaust Gedenkfeier 17
Holocaust Gedenkfeier 18
Holocaust Gedenkfeier 18
Holocaust Gedenkfeier 08
Holocaust Gedenkfeier 08
Holocaust Gedenkfeier 12
Holocaust Gedenkfeier 12
Holocaust Gedenkfeier 13
Holocaust Gedenkfeier 13
Holocaust Gedenkfeier 14
Holocaust Gedenkfeier 14
Holocaust Gedenkfeier 15
Holocaust Gedenkfeier 15
Holocaust Gedenkfeier 15
Holocaust Gedenkfeier 15

Charlotte Knobloch

Charlotte Knobloch, seit 1985 Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern und ehemalige Präsidentin des Zentralrat der Juden besuchte das Katharinen Gymnasium und diskutierte mit den Jugendlichen über das Thema Erinnern und Verantwortung.

 

 

2015 Charlotte Knobloch 01
art, schule
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Besuch von Charlotte Knobloch Presse

Donaukurier, 15.1.2015

Zeitzeuge Josef Budek

2014 Zeitzeuge Josef Budek
2014 Zeitzeuge Josef Budek
2014 Zeitzeuge Josef Budek
2014 Zeitzeuge Josef Budek
2014 Zeitzeuge Josef Budek
2014 Zeitzeuge Josef Budek
2014 Zeitzeuge Josef Budek
2014 Zeitzeuge Josef Budek

Mit Josef Budek konnten wir einen Zeitzeugen deutscher Geschichte aus drei Epochen für einen Vortrag gewinnen. Geboren im zweiten Weltkrieg, aufgewachsen in der DDR, hat er sich zuerst in das System eingegliedert. Aber er suchte nach der Wahrheit, der Wahrheit über die Vergangenheit, vor allem seines Vaters, Mitglied der SA , und der Wahrheit über das System der DDR, erkannte mehr und mehr die Brüche in der Deutschen Demokratische Republik und bezog Stellung. So verlor er seine Arbeit, wurde eingesperrt, schloss sich der Bürgerbewegung an und wurde dann an die BRD „verkauft”. In einem emotionalen, faktenreichen, und kritischen Vortrag– ließ er uns an seinem Leben, an der Geschichte der DDR, am Schicksal der Opposition teilhaben und vermittelte den Zuhörern, was mit dem Begriff Freiheit gemeint ist.

Ausstellung zum Ersten Weltkrieg im Armeemuseum Ingolstadt

Ausstellungseroeffnung zum Ersten Weltkrieg  2
Ausstellungseroeffnung zum Ersten Weltkrieg
Ausstellungseroeffnung zum Ersten Weltkrieg
Ausstellungseroeffnung zum Ersten Weltkrieg
Ausstellungseroeffnung zum Ersten Weltkrieg
Ausstellungseroeffnung zum Ersten Weltkrieg
Ausstellungseroeffnung zum Ersten Weltkrieg
Ausstellungseroeffnung zum Ersten Weltkrieg
Ausstellungseroeffnung zum Ersten Weltkrieg
Ausstellungseroeffnung zum Ersten Weltkrieg
Ausstellungseroeffnung zum Ersten Weltkrieg
Ausstellungseroeffnung zum Ersten Weltkrieg
Ausstellungseroeffnung zum Ersten Weltkrieg 3
Ausstellungseroeffnung zum Ersten Weltkrieg
Ausstellungsplakat_zum_Ersten_Weltkrieg
Ausstellungsplakat_zum_Ersten_Weltkrieg

„Ihr könnt euch keine Vorstellung von diesem Schrecken machen ... und niemand, der nicht dabeigewesen!” Diese Zeilen aus einem Feldpostbrief eines Infanteristen aus dem Jahr 1916 bringen nicht nur den Inhalt dieser Ausstellung von Schülern des Katharinen-Gymnasiums und der Ludwig-Fronhofer-Schule auf den Punkt sondern auch unsere Beweggründe dafür, die Geschichte des Ersten Weltkriegs in Ingolstadt gerade auch von Schülern aufbereiten zu lassen. Es ist eine zentrale Aufgabe nicht nur des Geschichtsunterrichts sondern der Schule insgesamt, geschichtliches Wissen und historisches Bewusstsein zu bilden und zu vermitteln, um damit der heute in Europa lebenden jungen Generation deutlich zu machen: Der Friede in Europa ist ein hohes Gut in Gegenwart und Zukunft! 30 Schülerinnen und Schüler der Ludwig-Fronhofer-Schule und des Katharinen-Gymnasiums Ingolstadt haben sich gemeinsam über folgende verschiedene thematische Zugänge mit dem Ersten Weltkrieg und seine Auswirkungen auf Ingolstadt auseinandergesetzt und eine Ausstellung erarbeitet: Kriegsbeginn - Gaskrieg - Feldpostbriefe - Kriegsgefangenenlager - Lazarettwesen - Kunst und Krieg - Schulbücher und Erinnerungskultur Gerade der fächer- und schulartübergreifende Charakter dieses Projekts wird dem gesamtgesellschaftlichen Auftrag einer nachhaltigen Friedenserziehung in besonderer Weise gerecht. Zugleich stellen die vielfältigen regionalen und lokalen Erinnerungsorte - auch wenn sie zum Teil nur mehr Eingeweihten und Spezialisten bekannt sind - den Bezug zur Lebenswelt der Schüler im 21. Jahrhundert her. Ausstellung im Neuen Schloss: 24. Juni - 01. September 2014

zum Artikel im Donaukurier

„Mehr als eine Dekoration fürs Wohnzimmer”: Schülerinnen und Schüler des Katharinen-Gymnasiums bei Verleihung der Auszeichnung „Gerechte unter den Völkern” im Maximilianeum

Feierstunde 60 Jahre Yad Vaschem im Maximilianeum
Feierstunde 60 Jahre Yad Vaschem im Maximilianeum
Feierstunde 60 Jahre Yad Vaschem
Feierstunde 60 Jahre Yad Vaschem
Feierstunde 60 Jahre Yad Vaschem
Feierstunde 60 Jahre Yad Vaschem

Vor 60 Jahren wurde in Jerusalem die staatliche Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem gegründet. Der Leiter der dortigen Abteilung für die deutschsprachigen Länder in der International School for Holocaust Studies, Arik Rav'on skizzierte am Donnerstag, dem 24. Juni 2014, bei einer Feierstunde anlässlich dieses runden Geburtstages der Gedenkstätte deren vierfache Zielsetzung: Erinnerung an die Opfer, denen im namenlosen Grauen der Leichenberge der Shoah wieder ein Name und ein Gesicht gegeben werden soll - Mahnung gegenwärtiger und zukünftiger Generationen - Erziehung zu Toleranz - und letztlich Versöhnung zwischen Deutschland und dem jüdischen Volk. Eine wichtige Rolle bei all diesen Zielen spielt nicht nur das Erzählen der Lebensgeschichte der Opfer und Überlebenden des Holocaust, sondern gerade auch das positive Beispiel der derzeit mehr als 24 000 „Gerechten unter den Völkern”, d.h. der Menschen, die Juden geholfen haben zu überleben, indem sie diese - trotz beträchtlicher Risiken für die eigene Familie - versteckten, ernährten und sie so dem Zugriff der Nazi-Schergen entzogen. Die Identifizierung und Ehrung dieser Helden, unter ihnen auch 553 Deutsche, gehört seit nunmehr 50 Jahren zu einer der vornehmsten Aufgaben Yad Vashems, steht doch schon im jüdischen Talmud: „Wer nur ein Leben rettet, der rettet die ganze Welt.” Anlässlich dieser beiden Jubiläen, „60 Jahre Yad Vashem - 50 Jahre Gerechte unter den Völkern”, lud Landtagspräsidentin Barbara Stamm zu einer Feierstunde ins Maximilianeum ein. Nachdem das Katharinen-Gymnasium als eine der ersten Partnerschulen Yad Vashems in Bayern schon seit einigen Jahren eine Vorreiterrolle bei der Umsetzung des pädagogisch-didaktischen Ansatzes Yad Vashems einnimmt, den namenlosen Opfern ein Gesicht zu geben und die Schülerinnen und Schüler in zahlreichen Projekten jüdischem Leben vor, während und nach dem Holocaust begegnen zu lassen, war auch eine Gruppe von 21 Katherl-Schülern, die dieses Jahr eine Studienfahrt nach Jerusalem unternehmen werden, in Begleitung von Schulleiter Dr. Reinhard Kammermayer, Dr. Matthias Schickel und Alexander Schöner zu der Veranstaltung geladen. Auch die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde, Dr. Charlotte Knobloch, würdigte in ihrem Grußwort ausdrücklich das herausragende Engagement unserer Schule, das sich in den vielfältigen Projekte und Aktivitäten in Zusammenarbeit mit Yad Vashem niederschlägt, wie sie anlässlich der Feierstunde in Auswahl auch der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Beeindruckender Höhepunkt der Veranstaltung war sicherlich die feierliche Verleihung der Medaillen „Gerechte unter den Völkern” an das Ehepaar Alois und Maria Rauch, sowie Stefan Steinbacher und seine Mutter Therese, durch den israelischen Generalkonsul Dr. Dan Shaham. Diese Menschen aus der näheren Umgebung Münchens versteckten während des Zweiten Weltkrieges Münchener Juden und retteten sie so vor dem sicheren Tod. Da die so Ausgezeichneten selbst schon lange verstorben sind, nahmen ihre noch lebenden Angehörigen Medaille und Urkunde entgegen. Der Urenkel von Therese Steinbacher, der Bildhauer Andreas Kuhnlein, betonte dabei, er betrachte die Ehrung nicht als „Dekoration fürs Wohnzimmer”, sondern vielmehr als Ansporn, mit all seinen Fähigkeiten dafür zu arbeiten, dass nie wieder Menschen wegen ihrer Religion, Volkszugehörigkeit, sexuellen Orientierung, oder sonstigen Andersartigkeit ausgegrenzt, verfolgt und getötet werden. Eine Schlüsselrolle, das klang in allen Reden und Grußworten immer wieder an, kommt dabei der jungen Generation zu, die sich die Geschichten der „Gerechten” zum Beispiel nehmen sollen.

Alexander Schöner

„Mit Akten arbeiten ist spannend“: Zu Gast im Archiv des Internationalen Suchdienstes (ITS) in Bad Arolsen

Zwanzig Schülerinnen und Schüler aus zwei Seminaren der Q11 forschten im Archiv des International Tracing Service (ITS) in Bad Arolsen (Hessen) zwei Tage lang zu Displaced Persons (DPs) und Zwangsarbeitern in der Region Ingolstadt. Nach einer Einführung in die Aufgaben des ITS und seine Bestände konnten die Jugendlichen einen Blick in Krankenakten des DP-Hospitals Ingolstadt werfen. Die Einführung in die Datenbank, an der Nutzer im ITS in den Dokumenten recherchieren, erfolgte anhand der Patienten aus dem DP-Hospital.

Am zweiten Tag befassten sich die Schüler einzeln oder in Kleingruppen mit vertiefenden Aspekten zu Displaced Persons und den Camps, in denen sie lebten, bis sie auswanderten oder in ihr Ursprungsland zurückkehrten. Bei den Recherchen standen Mitarbeiter des IST den Schülerinnen und Schülern versiert zur Seite. Recherchiert wurde u.a. zu: der Repatriierung in die Sowjetunion, Kind-Überlebenden, Kultur in den DP-Camps, der Organisation und Verwaltung in den DP-Camps, der Zwangsarbeit in Firmen in Ingolstadt und den nachfolgenden Wegen der befreiten Zwangsarbeiter sowie zu Nazi-Kollaborateuren, die sich als DPs ausgaben. Die Schülerinnen und Schüler werden mit den Erkenntnissen, weiteren Recherchen und den ITS-Dokumenten erste wissenschaftliche bzw. praxisorientierte Arbeiten erstellen. In der Abschlussrunde zogen die Schüler eine weitgehend positive Bilanz. Susanne Urban, Leiterin der Abteilung Forschung und Bildung im ITS und langjährige Partnerin des Katharinen-Gymnasiums Ingolstadt, schätzte die Anstrengungen der Jugendlichen, sich in das schwere Thema einzuarbeiten und berichtete von ihrer eigenen Recherche zu der Ausstellung über DPs, die im September 2014 eröffnet wird. Sie ermutigte die Schüler: „Lasst euch auf solche Archivarbeit ein und denkt daran, dass auch versierte Historiker manchmal Stunden brauchen, um ein wichtiges Dokument zu finden.”

Erinnerung als Mahnung für eine menschenwürdige Zukunft für uns alle

Gedenkveranstaltung KG 2014
Gedenkveranstaltung KG 2014

Am 28. Januar 2014 fand am Katharinen-Gymnasium anlässlich des Internationalen Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus eine Gedenkveranstaltung statt. Hierfür hatten Schülerinnen und Schüler der Klasse 10E im Geschichtsunterricht Vorträge zum Frankfurter Auschwitz-Prozess erarbeitet, der am 20. Dezember 1963, also vor ziemlich genau 50 Jahren begonnen hatte. Ihre Ergebnisse präsentierten sie den Schülerinnen und Schülern der 10. Jahrgangsstufe in einer Ringvorlesung. Eindrucksvoll schilderten sie die Verbrechen im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, charakterisierten die Angeklagten, erzählten von den Belastungen für die im Prozess aussagenden Zeugen und würdigten die Verdienste des damaligen Frankfurter Oberstaatsanwalts Fritz Bauer, ohne dessen unermüdlichen Einsatz diese Abkehr von der Kultur des Stillschweigens und der Leugnung im Hinblick auf den Holocaust in der frühen Bundesrepublik wohl nicht stattgefunden hatte. Der Frankfurter Auschwitz-Prozess war ein wichtiger Wendepunkt in der bundesdeutschen Aufarbeitung des NS-Unrechts und ein Meilenstein im Kampf der Überlebenden um Gerechtigkeit.

Im Anschluss an die Vorträge wurden die Namen der aus Ingolstadt deportierten jüdischen Mitbürger verlesen. Die Verbrechen des sogenannten „Nationalsozialistischen Untergrunds” (NSU) in der jüngsten Vergangenheit zeigen, wie wichtig es ist, sich immer wieder unserer Verantwortung dafür zu erinnern, dass niemals mehr Menschen aufgrund ihrer Herkunft, religiösen bzw. politischen Überzeugung oder ihrer sexuellen Orientierung verfolgt werden. Das gemeinsame Gedenken an alle Opfer des Nationalsozialismus um den 27. Januar herum ist schon deshalb nicht lediglich ein rückwärtsgewandtes Erinnern an eines der dunkelsten Kapitel deutscher Vergangenheit, sondern vielmehr eine Mahnung für eine menschenwürdige Gegenwart und Zukunft für uns alle.

Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus des Bayerischen Landtags und der Stiftung Bayerische Gedenkstätten

Gedenkstätte: Kongresshalle in Nürnberg
Gedenkstätte: Kongresshalle in Nürnberg
Barbara Stamm bei der Gedenkfeier der Opfer des Nationalsozialismus in Nürnberg
Barbara Stamm bei der Gedenkfeier der Opfer des Nationalsozialismus in Nürnberg
Vorsitzender der israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg Ceslanski
Vorsitzender der israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg Ceslanski

Am 23. Januar 2014 erinnerten der Bayerische Landtag und die Stiftung Bayerische Gedenkstätten anlässlich des internationalen Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus mit einer gemeinsamen Veranstaltung aller Menschen, die während der NS-Herrschaft verfolgt und ermordet wurden. Auf Einladung von Landtagspräsidentin Barbara Stamm und Stiftungsdirektor Karl Freller waren auch 20 Schülerinnen und Schüler sowie zwei Lehrkräfte unseres Gymnasiums - als eine von nur fünf bayerischen Schulen - zu der feierlichen Veranstaltung gekommen. Der Gedenkakt fand in der Kongresshalle auf dem Gelände des ehemaligen Reichsparteitagsgeländes statt, also an einem der Orte, wo sich die NS-Täter vor der Kulisse monumentaler Bauwerke selbst inszenierten, bei deren Erstellung vor allem auch Granit aus den berüchtigten Steinbrüchen des KZ Flossenbürg verarbeitet wurde. Dies mache die Kongresshalle zu einem passenden Ort für das Gedenken an die Opfer der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft, so Landtagspräsidentin Barbara Stamm in ihrer Rede: „Heute hat der Ort, an dem wir uns befinden, ein wenig von seinem Schrecken verloren. In einem Teil der Kongresshalle wurde ein Dokumentationszentrum eingerichtet. In einem anderen erhielten die Nürnberger Symphoniker ihren Sitz. So wurde aus der „Kulisse der Gewalt” ein Ort des Lernens, des Gedenkens und der Musik - auch des Gedenkens an die Musiker, die vom NS-Regime geächtet, ins Exil getrieben oder ermordet wurden.” Karl Freller, Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten erinnerte besonders auch an die Nürnberger Opfer des Terrors des so genannten „Nationalsozialistischen Untergrunds” (NSU) und warnte davor, den Gedenkakt als bloße Erinnerung an ein dunkles Kapitel der deutschen Vergangenheit zu sehen: „Der Ungeist mörderischer Menschenverachtung wird immer wieder aufkeimen! Deshalb sind Veranstaltungen wie diese kein Verharren im Gestern, sondern eine Mahnung an die Zukunft.” Neben der beeindruckenden gemeinsamen musikalischen Umrahmung der Veranstaltung durch deutsche und israelische Künstler war für uns die Ansprache des Vorsitzenden der israelitischen Kultusgemeinde Nürnbergs, Rudi Ceslanski, besonders berührend, der zwar selbst den NS-Terror als Kind in London überlebt hatte, dessen Mutter und Großeltern aber in Lager im heutigen Lettland deportiert und dort ermordet wurden. Wie durch ein Wunder hatte nur sein Vater überlebt, der den Krieg aber nur um wenige Jahre überlebte.

Link zum Bericht im Bayerischen Fernsehen 

Katherl unterzeichnet Kooperationsvertrag mit Yad Vashem

Schulleiter Dr. Reinhard Kammermayer unterzeichnet im Lesesaal des Maximilianeums eine Partnerschaft mit der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem. Die Kontakte zwischen Bayern und Israel sollen dadurch intensiviert werden. Ziel der Kooperation ist es, den Opfern des Nationalsozialismus ein Gesicht, eine Geschichte zu geben. Geplant sind dabei u. a. Videokonferenzen mit Zeitzeugen.

Festakt zur Vertragsunterzeichnung mit Yad Vashem im Maximilianeum in München
Festakt zur Vertragsunterzeichnung mit Yad Vashem im Maximilianeum in München
Vertragsunterzeichnung im Lesesaal des Maximilianeums
Vertragsunterzeichnung im Lesesaal des Maximilianeums
Landtagspräsidentin Barbara Stamm und Schulleiter Dr. Reinhard Kammermayer unterzeichnen den Vertag.
Landtagspräsidentin Barbara Stamm und Schulleiter Dr. Reinhard Kammermayer unterzeichnen den Vertag.
Dr. Noa Mkayton, Leiterin der Abteilung für deutschesprachige Länder in Yad Vashem, Schulleiter Dr. Reinhard Kammermayer, Landtagspräsidentin Barbara Stamm
Dr. Noa Mkayton, Leiterin der Abteilung für deutschesprachige Länder in Yad Vashem, Schulleiter Dr. Reinhard Kammermayer, Landtagspräsidentin Barbara Stamm

Kooperationsvertrag mit Yad Vashem

Partnerschaftsvertrag mit Yad Vashem
Partnerschaftsvertrag mit Yad Vashem

Die Süddeutsche Zeitung berichtete am 20.3.2013 über die Vertragsunterzeichnung.

Hier finden Sie den SZ-Artikel.

Von Jerusalem nach Bad Arolsen

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Erstes Graduiertenseminar Yad Vashem

In den letzten Oktobertagen des Jahres 2011 fand im ITS (International Tracing Service – internationaler Suchdienst) in Bad Arolsen das erste Graduiertenseminar Yad Vashems in Kooperation mit dem ITS statt. Zehn Kolleginnen und Kollegen, die zu den Absolventen eines Seminars der International School for Holocaust Studies in Yad Vashem zählen, wurden eingeladen, sich für drei Tage in den Räumen des ITS mit dessen umfassendem Aktenbestand auseinander zu setzen und im professionellen Austausch über den Einsatz historischer Quellen im Unterricht zu diskutieren. Die Teilnehmenden kamen aus verschiedensten Regionen Deutschlands, aus der Schweiz und aus Liechtenstein, womit eines der Primärziele des Seminars, nämlich eine bessere Vernetzung unserer Seminarteilnehmerinnen und Seminarteilnehmer untereinander, umgesetzt wurde.

von Dr. Noa Mkayton und Dr. Matthias Schickel und Alexander Schöner

Zum Artikel...

Überlebender des KZ Auschwitz am Katherl

2010 03 hugo hoellenreiner 01

Hugo Höllenreiner besuchte am Dienstag, den 15. März 2012, unsere Schule. Vier neunte Klassen hörten in großer Aufmerk­sam­keit den beeindruckenden Vortrag des heute 77-jährigen im Filmsaal, anschließend konnten die Schülerinnen und Schüler noch Fragen stellen.

Der bayerische Sinto, der gegenwärtig in Ingolstadt wohnt, ist ein Überlebender des NS-Terrors. Im Jahr 1933, dem Jahr der „Machtergreifung” Hitlers, in München geboren, musste er als Kind die zunehmende Diskriminierung und Ausgrenzung seiner Familie erleben. Seine Eltern hatten ihm den Zweitnamen „Adolf” gegeben, in der Hoffnung, dies würde sie schützen. Vergebens: Als gerade mal neunjähriger Junge wurde der kleine Hugo mit seiner Familie ins „Zigeunerlager” des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau verschleppt, wo er u. a. in den berüchtigten medizinischen Versuchen von Dr. Mengele gequält wurde.

Was viele nicht wissen: Insgesamt fielen dem Rassenwahn der Nationalsozialisten europaweit auch etwa 500 000 Sinti und Roma zum Opfer. Hugo Höllenreiner überlebte jedoch fast wie durch ein Wunder Auschwitz und weitere Konzentrationslager bis hin nach Bergen-Belsen, 1945 befreiten ihn – mittlerweile völlig entkräftet – englische Soldaten.

Seine ergreifende Lebensgeschichte „Denk nicht, wir bleiben hier!” von Anja Tuckermann hat 2006 den Jugendliteraturpreis erhalten. Der Titel geht auf einen Satz zurück, den Hugos Mutter ihren Kindern im Konzentrationslager immer wieder gesagt hat, um ihnen Hoffnung zu machen. Am Ende seines Besuchs appellierte Hugo Höllenreiner an die Zuhörer, sich immer für Toleranz und Mitmenschlichkeit einzusetzen und gegen jede Art von Un­ge­rechtig­keit und Aus­grenzung von wem auch immer zu streiten.