Ijsselmeer 2018

Nach einer etwa 10-stündigen Anfahrt kamen wir, nicht wie sonst in Enkhuizen, welches wir aber auch noch kennenlernen sollten, sondern in Stavoren an. Voller Vorfreude, aber etwas müde nach dem Gepäck- und Lebensmitteltransport aufs Schiff, setzten wir aufgrund von Zeitknappheit direkt Segel und stachen in See.

 

Nach einer knappen und groben Einweisung passierten wir das Highlight des Tages - eine Schleuse. Bei regem Schiffsverkehr wechselten wir vom Ijsselmeer (Süßwasser) in die Nordsee (Salzwasser). Danach erst ging es weiter mit dem Schifffahrts-Crashkurs, bei dem wir auch die ersten beiden Knoten lernten. Schließlich hatten wir endlich Zeit, uns ein wenig auszuruhen, ob einfach nur auf dem Deck liegend oder Karten spielend. Als letzte Aktion vor der Feedback-Runde, die noch eher zurückhaltend war, wurden die Segel wieder eingeholt, da wir in den Hafen von Oudeschild auf Texel einliefen. Bis zu einem delikaten Abendessen und Nachspeise hatten wir die Zeit zur freien Verfügung, die von den meisten zum Duschen genutzt wurde. Nach Beginn der Hafenruhe um 22 Uhr und dem Bewundern des ersten schönen Sonnenuntergangs der Reise versammelten sich einige von uns zu einer amüsanten Runde „Werwolf“. Wir freuten uns alle nach diesem schönen, aber anstrengenden Tag auf die erste Nacht auf der „Ambiance“.


 

Am nächsten Morgen weckte uns die erste Frühstücksgruppe zu einem zauberhaften Frühstück an Deck. Satt und zufrieden versammelten wir uns, um der Bekanntgabe des Tagesplanes beizuwohnen. Die Besonderheit dieses Tages bestand darin, dass wir keine einzige Seemeile zurücklegten, sondern stattdessen einige Kilometer mit ausgeliehenen Fahrrädern bewältigten. Wir machten uns auf den Weg zum Fahrradverleih, um zu unserer Radtour an den Nordseestrand von Texel aufzubrechen, nach 12 km über Stock und Stein, durch Wald und Wiesen und letztendlich auch über die Dünen - mit viel Gegenwind und einem von Herrn Böhm gefahrenen Umweg, erreichten wir endlich den heißersehnten Strand, um ein erfrischendes Bad im Meer zu nehmen.

 

Nach einer kleinen Stärkung am Mittag machten wir uns auf zum nahegelegenen „Ecomare“, einer Auffangstation für Seehunde, Robben und Schweinswale. Nach einem interessanten Quiz und noch viel interessanteren Tieren machten wir uns, diesmal in kleinen Gruppen, auf den Rückweg zum Schiff, den viele auch durch das niedliche „Den Burg“ führte. Als alle wieder im Hafen auf der Ambiance angekommen waren, begann eine Gruppe schließlich unsere geliebten bayrischen Brezeln zu backen, die sich Luisa, Teil der 2-köpfigen Crew, gewünscht hatte.

Die Nachbarschiffe kamen dann noch in den Genuss unserer gesellschaftlichen Gesangseinlage vor dem endgültigen Abendessen, welche von Herrn Böhm und seiner Gitarre begleitet wurde. Mit Tomatenrisotto und Schokopudding ließen alle den Abend genüsslich ausklingen, voller Vorfreude auf den darauffolgenden Tag.


 

Dieser begann dann mit einem, doch recht lauten, Umparken des Schiffes in aller Früh. Nach dem Frühstück machten wir uns dann auf, um auch die historischen Seiten der Niederlande kennenzulernen. Im örtlichen Museum erfuhren wir einiges über dies Seemacht Niederlande, sowie Allgemeines über die Schifffahrt. Am Mittag hieß es dann „Leinen los“ Richtung Watt.

 

Auf einer Sandbank mitten in der Nordsee ließen wir das Schiff trockenfallen. Kurz bevor wir absichtlich strandeten, vergnügten wir uns beim Krebse angeln mit selbstgebastelten Angeln. Anschließend ging es endlich los zur Wattwanderung mit unserem Skipper Sven. Er gewährte uns einen umfangreichen Einblick in die vielfältigen Lebensformen im Watt. In diesem Weltkulturerbe begegneten uns beispielsweise Seesterne, Seestachelbeeren, Krebse, Muscheln und natürlich Wattwürmer. Nach der großartigen Idee mancher, eine Schlammschlacht anzufangen, begab man sich auf das Schiff zurück um zu duschen, nur um wieder ins Watt zurückzukehren, um unter allergrößten Anstrengungen den Anker zu versetzen und einige Gruppenfotos aufzunehmen. Nach einem herrlichen Grillabend an Deck, begleitet von einem phänomenalen Sonnenuntergang, gönnten sich einige ein kühles Bier und man vertrieb sich die Zeit bis Mitternacht. Da wurde mit Prosecco, Zitronenkuchen und Wunderkerzen in Sarahs Geburtstag reingefeiert.


 

Bei strahlendem Sonnenschein am nächsten Tag segelten wir erneut los, dem schönen Wetter entgegen. Mittlerweile waren alle eingearbeitet in die verschiedenen Aufgaben und Handgriffe auf dem Schiff und so kamen wir gut voran. Nach einem entspannten Tag auf Deck und einem tollen Segelerlebnis erreichten wir den Hafen von Medenblick, wo uns Kibbeling und hervorragende Eiscreme empfohlen wurde. Bis 24 Uhr hatten wir Freizeit, die wir alle nutzten, um in das romantische Städtchen auszuschwärmen. Als alle wieder an Bord waren, endete der Tag mit einer hitzigen und anregenden Debatte mit Frau Kößler und Herrn Böhm nachts um 2 Uhr.


 

Nach einer langen Nacht und wenig Schlaf musste am nächsten Tag aufgrund starken Windes eine Reiseplanänderung vorgenommen werden. So segelten wir statt nach Enkhuizen nach Stavoren, wo wir zu Beginn der Reise abgelegt hatten. Alle Segel gesetzt, fuhren wir mit Höchstgeschwindigkeit über das, an diesem Tag sehr unruhige Ijsselmeer. Da alle mithalfen, ging das Segelsetzen leicht von der Hand und wir hatten sogar noch Zeit, die Sonne auf See zu genießen. Am Nachmittag erreichten wir schließlich das Städtchen, wo wir nach kurzer Teamsitzung zum Strand aufbrachen. Nach einer Erfrischung im kühlen Nass sahen sich einige noch das kleine Fischerfest an, das dort alle zwei Jahre stattfindet. Zum Abendessen ließen wir uns das selbstgebackene Brot von Herrn Böhm und Frau Kößler schmecken und zum Nachtisch die ebenfalls von unseren Lehrern selbstgebackenen Zimtschnecken. Anschließend brachen einige noch mal zum Strand auf, um dort in ländlicher Idylle, umgeben von Schafen, den Sonnenuntergang zu betrachten. Währenddessen machte eine andere Gruppe das örtliche Bierzelt unsicher. Spät in der Nacht stellte sich dann schon rechte Melancholie ein, da es die letzte Nacht an Bord der Ambiance sein würde.


 

An unserem letzten Tag setzten wir nochmal früh Segel und räumten dann das Schiff auf, um es der nächsten Gruppe zu überlassen. In Enkhuizen aßen alle nach Erkunden der Stadt noch einmal gemeinsam Pommes und Kibbeling und dann machten wir uns wehmütig , aber mit Erinnerungen an eine großartige Woche, zurück zum Bus nach Ingolstadt auf.

 

Virginia Otter