Es lebe die Poesie: ein wunderbarer Abend am Katherl

„Spät in der Nacht / liegen wir manchmal noch wach. / Wir liegen schlaflos im Bett. / Sind wir zu blöd, zu hässlich oder einfach zu nett?“ Diese nachdenklichen Verse stammen aus einem Gedicht von Anna-Lena Ruckgaber (9+d), mit dem am vergangenen Mittwoch (29. Mai) der erste Abend der Poesie bei uns am Katharinen-Gymnasium endete; jedenfalls fast, denn noch standen die zart-melancholischen Klänge von Lilja Teckentrup (9d) aus, deren selbst komponierter Piano-Song „Happy for you“ das zahlreiche Publikum in der Aula dann zum Abschluss noch einmal begeistert applaudieren ließ wie zuvor schon so oft. Die Veranstaltung, die vom Team der Schülerzeitung „Concrete“ organisiert wurde, bot eine große Vielfalt an Themen, Stimmungen und lyrischen Formen; alle Gedichte, Slam Poetry-Texte und Lieder, die in den knapp zweieinhalb Stunden von den Schülerinnen und Schülern (und auch ein paar Lehrern) vorgetragen wurden, hatten aber etwas gemeinsam: Sie alle sind von den jungen Poeten selbst verfasst worden – und alle ohne Ausnahme bewiesen ein erstaunliches Niveau, das die Zuschauer verblüffte und in den Bann zog. Die Atmosphäre war konzentriert und locker, besinnlich und euphorisch, mal lustig und dann wieder sehr ernsthaft und traurig, ja nicht selten all dies zugleich. Es ging um die ganze Bandbreite unseres Lebens mit all seinen Höhen und Tiefen, seinen schönen und dunklen Seiten. Nicht zuletzt wurde der Abend zu einer Feier der jugendlichen Kreativität und der Poesie, die so viel Kraft besitzt. Durch die Veranstaltung führten äußerst charmant und mit viel Esprit Michèle Mühlbauer (10b) und Kujtim Avdija (Q11). Der Anlass für den Abend war das Erscheinen des von der Schülerzeitung herausgegebenen Lyrik-Bandes mit seinen genau 100 Seiten, der bis zum Ende des Schuljahres noch zu diversen Gelegenheiten erworben werden kann.

Michael Ernest