Vortrag von Dr. Stephan Steger

Was im Ernstfall wirklich zu tun ist

 

Besuch von Dr. Stephan Steger im Rahmen des P-Seminars Chemie

 

Am Donnerstag, den 08.07.2021, besuchte der kommissarische Direktor der Notfallklinik Ingolstadt und Vorstandsmitglied des Roten Kreuzes Dr. Stephan Steger das Katharinen-Gymnasium, um die Teilnehmer*innen des P-Seminars „Sicherheitsfilm für den Chemieunterricht“ über Erste-Hilfe-Maßnahmen aufzuklären, die u. a. auch im Zusammenhang mit dem Arbeiten im Chemielabor von Nutzen sein können.

 

Zunächst wurde der Kontakt mit Säuren bzw. Basen thematisiert. Hierbei sind folgende Aspekte zu beachten:

 

  • Bekommt man eine Säure/Base in das Auge, sollte man dieses unbedingt mit Wasser ausspülen und nicht versuchen, die Substanz zu neutralisieren. Hierfür stehen die Augenduschen in jedem Chemiesaal zur Verfügung.
  • Dasselbe gilt beim Verschlucken einer solchen Substanz: Man sollte mit sehr viel Wasser nachspülen.
  • Allgemein kann man sagen, dass der Kontakt mit Basen zu schnelleren, tieferen und aggressiveren Verätzungen der Haut- und Gewebeschichten führt als der mit Säuren.

 

Weiterhin wurde erklärt, was bei einem Glassplitter im Auge zu tun ist:

 

  • Zuerst sollte man nicht in Panik verfallen, da die Hornhaut stark genug ist und im Normalfall nicht reißt.
  • Außerdem ist es wichtig, das Augenlid umzustülpen und somit den Druck von der Hornhaut zu nehmen.
  • Anschließend entfernt man den Splitter durch Spülen mit Wasser oder mit einem Wattestäbchen, einem Taschentuch oder Ähnlichem.

 

Im Folgenden erklärte Dr. Steger, wie man in einer Notsituation mit Verbrennungen und Inhalationstraumata umzugehen hat:

  • Der menschliche Körper kann in etwa Temperaturen von 55 bis 60°C aushalten (zum Vergleich: eine Kerzenflamme ist mindestens 600°C heiß.)
  • Verbrennungen sollte man mit lauwarmem Wasser abspülen und kühlen; auf keinen Fall kaltes Wasser verwenden.
  • Klamotten sollten entfernt werden, da Baumwolle leicht brennt und die (Kunststoff-)Fasern in der Kleidung die Wunde verunreinigen können.
  • Um zu verhindern, dass eine zu hohe Konzentration von eingeatmeten Rauchgasen zu Flüssigkeitseinlagerungen in der Lunge und zu einer blockierten Zellatmung führt, muss eine gute Sauerstoffversorgung hergestellt werden, d.h. die betroffene Person sollte möglichst schnell an die frische Luft gebracht werden.
  • Wichtig ist auch, den/die Betroffene/n weiterhin zu beobachten, da sich Unfallfolgen auch erst Stunden nach dem Vorfall bemerkbar machen können.

 

Als zentraler Bestandteil jedes Erste-Hilfe-Kurses und lebensrettender Maßnahmen durften natürlich auch die Anleitung und die wichtigsten Informationen zur korrekten Reanimation nicht fehlen. Ob letztere überhaupt nötig ist, findet man wie folgt heraus: Bewusstlose Person…

 

  • … ansprechen (am besten anschreien)
  • … anschauen (hebt/senkt sich der Brustkorb?)
  • … anfassen (auch das Zufügen von Schmerzen ist in Ordnung, um die Person wach zu bekommen.)

 

Bleibt die Person bewusstlos, muss der Mund geöffnet, der Kopf überstreckt und anschließend die Atmung überprüft werden.

 

  • Liegt eine Atmung vor, muss die Person in die stabile Seitenlage gebracht werden.
  • Ist dies nicht der Fall, muss eine Reanimation erfolgen.

 

Bei einer Reanimation gilt es, mehrere Aspekte zu beachten, um die Erfolgschancen zu erhöhen. Auch wenn nur etwa 3-4% der betroffenen Personen tatsächlich wiederbelebt werden und ohne Folgeschäden weiterleben können, sollte man nicht zögern und versuchen, ein Menschenleben zu retten.

  • Die Person sollte – wenn möglich - der Kleidung am Oberkörper entledigt werden.
  • Für die Herzdruckmassage sollten die Handballen übereinander positioniert und die Arme durchgestreckt werden (das spart Kraft).
  • Die Massage sollte 100- bis 120-mal pro Minute erfolgen und dabei sollte jeweils 5 bis 6 cm tief in den Brustkorb gedrückt werden (zur Orientierung kann man sich an den Rhythmus von Songs wie „Atemlos“, „Stayin‘ alive“ oder „Highway to Hell“ halten).
  • Da dies enorm anstrengend ist, sollte man auch versuchen, sich bei der Reanimation mit anderen Anwesenden abzuwechseln. Es muss unbedingt eine durchgehende Massage bis zum Eintreffen der Rettungskräfte sichergestellt werden.
  • Manchmal kommt es bei der Herzdruckmassage zu Rippenbrüchen, wovon man sich auf keinen Fall abschrecken lassen darf, sondern einfach weitermachen sollte.
  • Eine Mund-zu-Mund-Beatmung ist nicht zwingend nötig.

 

Neben den Erste-Hilfe-Maßnahmen kam Dr. Steger auch auf die emotionalen, menschlichen und berührenden Seiten des Ärzte-Berufs zu sprechen, die einen verstehen ließen, warum sich Menschen dafür entscheiden, in dem so wichtigen, aber auch herausfordernden und kraftraubenden medizinischen Sektor zu arbeiten. Herrn Dr. Stegers größte Motivation ist die Dankbarkeit der Patienten und Angehörigen, die er erleben darf.

 

Das P-Seminar bedankt sich ganz herzlich für die interessanten Einblicke in das Berufsleben eines Notfallmediziners und freut sich auf eine weitere Zusammenarbeit.

 

Amelie Deller, Q11

Besuch der IHK-AusbildungsScouts

Am 13.7.2021 besuchten zwei AusbildungsScouts zusammen mit Frau Alina Thum, Regionalkoordinatorin IHK AusbildungsScouts, die Klasse 9+D im Wirtschafts- und Rechtunterricht und stellten ihre Ausbildungsberufe vor.

 

Antonia, die 2020 am Katherl ihr Abitur absolvierte, berichtete von ihrer Ausbildung zur Bankkauffrau in der Sparkasse Ingolstadt Eichstätt. Im Abiturientenprogramm ist die Ausbildung auf 2 Jahre verkürzt und die Theorieinhalte werden nicht im wöchentlichen Berufsschulunterricht vermittelt, sondern im Blockunterricht an der Sparkassenakademie und virtuell.

 

Sarah erläuterte die vielfältigen Inhalte ihrer Ausbildung zur Hotelfachfrau im BLOCK Hotel & Living in Ingolstadt. Dazu gehören Tätigkeiten an der Rezeption, im Housekeeping, im Restaurant, der Bar und bei Tagungen und Festen, aber auch die Teilnahme an Kaffee- und Cocktailworkshops.

 

Das große Interesse der Schüler*innen an der Berufspraxis spiegelte ihre vielfältigen Fragen am Ende der beiden Vorträge wider.

 

Ingrid Schönwald, StRin

Berufsorientierung

Berufsorientierung im ME-Infotruck

 

Im Rahmen der Berufsorientierung kam am 19.-21.2.2019 der ME-Infotruck an unsere Schule. Kernstück des zweistöckigen Trucks ist eine interaktive Ausstellung über die Anforderungen der Berufswelt in der Metall- und Elektroindustrie (mehr). An verschiedenen Experimentierstationen konnten die Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Jahrgangsstufe erfahren, wie eine CNC-Fräse programmiert wird, ein Wechselschalter in elektronischen Schaltungen eingesetzt werden kann oder wie ein Aufzug gesteuert wird.

 

Neben der Berufsorientierung für die Jugendlichen bot die Ausstellung auch Anknüpfungspunkte für den Unterricht in den naturwissenschaftlichen Fächern.

 

 

Ingrid Schönwald, StRin